Die AG-Nord
und die Legende vom Funky-Pub
Es war am Freitagabend der Landesversammlung 2005, kurz vor Mitternacht, als irgendjemand das neue Jokerwort für diesen Abend in die Runde warf und fragte: "Wer kommt mit zum Funky-Pub?". Die Landesversammlung endete an diesem Abend mit einem ca. 45 minütigen, extrem ausführlichen Wortbeitrag, dessen Inhalt alle nach dem Schlusswort vergessen hatten. Wir standen endlich mit der ersten Flasche Bier vor dem Eingang der Gesamtschule in Lünen und zogen an einer Zigarette. Dieses Wort, "Funky-Pub", es kam durchs Ohr und verursachte spontanes und ausführliches Grinsen, wie kann ein normaler - ökonomisch denkender - Mensch (in diesem Fall Gastronom) nur seine Kneipe Funky-Pub nennen?!
Aber viel merkwürdiger als das Wort, war die Frage selbst "Wer kommt mit zum Funky-Pub?". Wir (die AG-Nord) sind ja nicht bekannt dafür, dass wir uns einfach in Grüppchen auflösen und in der Stadt verschwinden, nein vielmehr bestechen wir (zumindest auf gemeinsamen Lagern) durch Geschlossenheit und gemütlichem Beisammensein. Somit hätte sich die Frage - schon bevor sie gestellt wurde - beantwortet. Nur, die Auswahl an Alternativen war in dieser Schule arg beschränkt und somit war es erstmal gar nicht diese Frage die uns beschäftigte, sondern vielmehr die Frage nach einer wirklichen Alternative, denn eine Sitzecke oder gar einen Kaminraum suchte man in der Schule vergebens. Es waren die fragenden Gesichter der Raucherguppe die einem im Bruchteil einer Sekunde nahe legten: "Lass uns alle gehen", dieser Gedanke gepaart mit dem erdrückenden Tag und dem späten Ende der Sitzung entbrannte ein Lauffeuer, dass alle Nordlichter im Sekundentakt sagen ließ: "Komm mit, wir gehen zum Funky-Pub".
Geschlossen als ca. 30-Mann starke Gruppe, die AG-Nord (nur unseren Münsteraner haben wir vergessen, eine Entschuldigung an dieser Stelle halte ich für angebracht), verließen wir die Schule, aber damit auch alle anderen Westfalen der LV.
Der als "50-meter-Weg" angekündigte Fußmarsch entpuppte sich aber doch als länger und anspruchsvoller (nicht alle wissen, dass Eis glatt sein kann), aber dennoch haben wir ihn erreicht den mit großen Lettern beschrifteten "F u n k y ? P u b".
Licht aus, geschlossen, zu verpachten. Ein Reinfall.
Nun gut, einmal auf dem Weg kehrt man nicht um; wir haben die nächste Kneipe genommen, die nur einige Häuser weiter lag. Dieses Lokal hatte geöffnet, war aber offensichtlich nicht auf einen solchen Besucherstrom vorbereitet. Die größte Fläche des Raums lag direkt hinter der Eingangstür rechts und war Frei. Na ja beinahe, ganz in der Ecke saßen vier Personen die wir durch Tischerücken und merkwürdiges Musterbilden hermetisch von der Außenwelt abschotteten. Sie sind dann nach ca. 20min an die Bar geflohen.
Die ganze Szenerie erinnerte leicht an die Ananas-Saft-Szene aus dem Werner-Film als die gesamte Motorradgang auf die Frage des Wirtes antwortete: "Saft!", nur unsere Antwort hieß: "Diebels!, 0,5 Liter Diebels!". Eine spontane Zählung des Wirts ergab, dass jeder mindestens ein Diebels wollte und seine wenig überraschende Antwort war: "Moment, ich muss noch eben ein neues Fass anschließen" (es hat auch schon Kneipen gegeben da hieß die Antwort: "Moment, ich muss noch eben ein neues Fass kaufen"). Den kleinen Beisatz "0,5 Liter" hat er aber gekonnt ignoriert, denn es gab nur kleine 0,2-Liter-Lippenbefeuchter. Man könnte jetzt behaupten er hätte es nicht gehört, aber hier sei zu erwähnen, dass es in der Kneipe nur kleine Gläser gab, außer 6 (unglaubliche sechs) 0,4-Liter-Gläser. Diese kamen wahrscheinlich aus der Beigabe eines Getränkehändlers, denn sie wurden (nur für uns) ganz hinten aus dem Regal genommen und erstmal gespült (ein anonymer Beobachter behauptete später, der Wirt hätte sie umarmt und geflüstert: "das ich euch noch mal benutzen darf?, es ist wie Weihnachten"). Jeder der ein solches Glas bekam hat auch dafür gesorgt, dass es nach dem Befüllen wieder bei ihm gelandet ist. Für die Bedienung war eine junge Frau zuständig, wie wir später erfuhren, war sie zum ersten Mal da und sollte eigentlich nur kurz hinter die Theke schauen, um in die Geheimnisse und Kniffe ihrer späteren (einfachen) Arbeit eingewiesen zu werden, tja für diese Übungsstunden hätte sie auch den Meisterschein verlangen können. Ihr Freund, der nur zu Besuch war und seiner Freundin beim zusehen zusehen wollte, hatte ebenfalls den falschen Tag erwischt, er musste auch mit ran.
Kurz vor zwei tauchte Jörn auf, er war vom Teufel (gespielt von Schmeili) geschickt worden, denn um Zwei sollten die Tore geschlossen werden und wir würden nicht mehr auf das Gelände kommen. Eine halbe Stunde später (halb drei) hatte Jörn das zweite Bier auf, bestellte ein drittes und der erste Trupp ging los, da sie Schmeili nicht all zu lange warten lassen wollten, ein weiser Entschluss, denn sie mussten nicht klettern.
Nächste Woche:
Der VCP Ibbenbüren
und der fliegende Kasi
|