Tagebuch zur Schwedenfahrt 2008 Dabei waren:  |  |  |  |  |  | Andreas (Dieh-tschäi Hasipupsi) | Buddel (der Bärtige) | Porray (der Regenmacher) | Sarah (Schildi) | Simon (fahr uns nach Hause, James) | Timon (der Unbärtige) | Reisedaten: Mit dem Bulli von Recke bis an den Stora Gla in Mittelschweden.. 10 Tage.. 2300km.. Eintrag vom Samstag (erster Tag), ChristianProlog - Rückblick auf die AnreiseGestern hat die lang ersehnte Reise begonnen. In Recke waren es gefühlte 190° und ich (Christian) musste die letzten vier Stunden vor der Abfahrt nutzen um alle aufgeschobenen Arbeiten der letzten Wochen zu erledigen. Geruchstechnisch war der Tag also schon gegen Mittag gelaufen. Naja, zumindest sind wir Pünktlich gestartet. Das Navigationssystem hat uns souverän durch alle Gefahren des Straßenverkehrs geführt. Bis Bremen. Ab dort hat es uns, wie von Loki geleitet, mehrfach in der Bremer Innenstadt im Kreis geführt. Mit zwanzigsekündlichen "Neuberechnungen" der Route war das System gesprengt und wir sind mehrfach um den gleichen Block gefahren. Allgemein kann man Bremen auch als den Begin allen Übels ansehen - dort begann der Regen und dieser hörte nicht mehr auf. Mit der Fähre sind wir nach Dänemark und von dort circa gegen Mitternacht nach Schweden übergesetzt. Zu dieser Zeit übermannte uns die Müdigkeit und wir brauchten etwa unendlich viele Anläufe um einen geeigneten Schlafplatz für die Nacht zu finden. Doch, falsch gedacht! Der Regen - begonnen in Bremen - hat uns nach einer halben Stunde wieder in den Bulli flüchten lassen. Also fuhren wir weiter in Richtung Norden. Wir passierten Göteborg und kurz dahinter begannen endlose Landstraßen auf denen die Maximalgeschwindigkeit deutlich unter der von deutschen Straßen lag. Und nach einigen Stunden war es dann doch mal an der Zeit für einen Fahrerwechsel und einigen Minuten schlaf für mich. Geweckt wurde ich abrupt von der schreienden Mitfahrergemeinschaft die die Fahrkünste des Rallyfahrers Buddel teils anfeuernd, teils anflehend kommentierten.
Tag 1 - SamstagAngekommen sind wir um 8:30 in Lennungshammar - natürlich im Regen. Je stärker wir drängten endlich aufzubrechen desto stärker versuchte der Himmel uns von diesem Vorhaben abzubringen. Klar gesagt: Direkt am Bulli sind wir ausreichen Nass geworden um den Tag zu verfluchen. Beeinträchtigt durch Krankheit in den letzten Wochen, gezeichnet durch die kurze (oder lange) Nacht und bis auf den Arsch nass wurde bald der Rucksack schwer und wir mussten eine Möglichkeit finden wieder trocken zu werden. In einem Nassen Wald, bestehend aus Wegen, Steinen, Wurzeln und den obligatorischen Bäumen würde dies sicher nicht einfach werden, denn der felsige Boden war zum Zeltbau denkbar ungeeignet. Deshalb entschlossen wir uns eine der, auf den Karten markierten, Schutzhütte zu finden. Und das taten wir schließlich auch. Wie eine Fata Morgana (Phatahmorghanah) tauchte plötzlich direkt am See, in optimalster Lage ein durch Planen geschützter Haufen trockenen Holzes nebst einer wasserdichten Schutzhütte auf. Die spontane und exzessive Freude konnten wir speziell bei Timon nur schwer wieder in den Griff bekommen. Der Regen wurde zwischenzeitlich weniger und hörte auf. Ein Feuer wärmte Kaffeewasser und unsere Schuhe und ich kann endlich die Schikanen des Tages hier aufschrieben. Sehr gut!
Eintrag vom Sonntag (zweiter Tag) immer noch ChristianKurz nach dem Absetzten des Stiftes meines letzten Eintrags enterten drei Schiffe unsere Halbinsel am See am Stora Gla. Diese waren mit drei Familien und deren Nachwuchs beladen... der Super-Gau. Aber, da die Schutzhütten allen Leuten zur Verfügung stehen, konnten wir nichts weiter tun als sie freundlich zu begrüßen. Sie bauten ihre Zelte auf und beteiligten sich an unserer Singerunde am Abend. So haben wir den anstrengenden Tag, der ja eigentlich aus zweien bestand mit der Klampfe und einigen Bechern Wein abgeschlossen.
Tag 2 - SonntagDer Morgen begann trotz des frühen Nachbarkindgeschreies spät. Nach dem Frühstück haben wir den Plan gefasst uns auf den Weg zur nächsten "echten" Stadt Glava zu machen. Rücksäcke gepackt und auf ging es. Dieser Weg stellte sich zwischenzeitlich als urwäldlicher Junglepfad heraus, auf dem wir auch zeitweise die Zielrichtung mit dem Kompass bestimmen mussten. Einige Kilometer später haben wir an der Nord-Küste des Stora Gla nach einer Stelle für unser Pentagon gesucht. Ein Sandstrand, na ja fast Sandstand und ein wenig Platz für unser Zelt und schon war beschlossen dort zu nächtigen. Der Nachteil dieses Platzes war der ständige Wind, der durch eben diese offene Stelle der Seebegrenzung pfiff. Daimler hat einen multimillionen Euro teuren Windkanal und hier wehts kostenlos.. die Welt ist schon komisch. Was tut man an einem See nach beschwerlicher Wanderung?! Genau! Ausgiebig! Und schon sitze ich wieder schreibend am Tagebuch. Gewärmt durch einen heißen Tee. Sehr gut!
Eintrag vom Dienstag (vierter Tag), und diesmal SarahTag 3 - MontagHallo Tagebuch, der gestrige Montag war ein sehr anstrengender Tag. Begonnen hat er an unserer wunderschönen Badestelle, doch wieder mal sehr spät. Nach einem ausgiebigen Frühstück (diesmal sogar mit gekochten Eiern!) ging es los zur nächtens Schutzhütte, um unser großes Ziel Glava zu erreichen. Unsere Wasservorräte mussten vorher aber noch aufgefüllt werden. Zum Glück war auf dem Weg in der Karte eine Wasserstelle eingezeichnet. Doch diese zu finden war schon ein echtes Highlight. Nach einigem Hin und Her und vielem Suchen stellte sich die Trinkwasserstelle als eine kleine Quelle heraus, doch das Wasser war super! Nachdem alle Trinkwasserflaschen wieder aufgefüllt waren ging es weiter. Die Schultzhütte erreichten wir so gegen 13 Uhr, doch mussten wir feststellen, dass diese schon durch einen Vater mit seinen drei Kindern besetzt war. Diese Erzählten uns, dass circa zwei Stunden entfernt noch eine Schutzhütte steht. Nach einer kurzen Rast ging es also weiter zur nächsten Schutzhütte. Auf circa halben weg kamen wir in Glava Glaskogen an. Dort gab es für alle Eis. :-) Toll! Danach ging es dann weiter. In der Schutzhütte angekommen mussten wir feststellen, dass alles schon besetzt war. Enttäuschung machte sich breit. Doch hier trafen wir sehr nette und hilfsbereite Belgier. Nachdem wir die ganze Umgebung nach einer geeigneten Schlafstelle abgesucht hatten und nicht gefunden hatten, kam dann Kanuführer Benny mit dem Rest der Gruppe vorbei. Dieser bot uns spontan an, nachdem er die Lage verstanden hatte, mit zweien von uns im Kanu das gegenüberliegende Ufer nach einer geeigneten Stelle für unser Pentagon zu suchen. Also wurden Buddel und Porree zu Matrosen. Eine knappe halbe Stunde später erreichten unsere Matrosen wieder sicher die Anlegestelle. Nach einer kurzen Besprechung entschlossen wir uns dazu auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht zu Zelten. Dies sollte noch eine weise Entscheidung werden. Schon bei der Überfahrt über den See, die Belgier wollten uns nicht lang laufen lassen und boten uns sofort an uns mit den Kanus übern den See zu bringen, fing es an zu regnen. Der Wettergott meint es echt nicht gut mit uns! Denn es hörte auch beim Zeltaufbau und in der ganzen Nacht nicht auf zu regnen. Um zehn Uhr gab es dann endlich etwas zu beißen, auf unseren Campingkocher. Endlich wurde auch dieser eingeweiht. Nachdem alle Mägen einigermaßen gefüllt waren fielen auch alle Todmüde in einen Tiefen schlaf. Ach ja: An Stegi haben wir an diesem Tag auch gedacht. Happy Birthday von allen!
Dienstag 05.08.2008Heute Morgen haben wir es wieder geschafft ne halbe Stunde ehr zu erwachen. Wir werden immer besser! Heute Morgen war es neun Uhr! Doch bis wir endlich Gefrühstückt und unsere Klamotten und das Pentagon abgebaut hatten war es auch schon wieder fast ein Uhr. Irgendwie haben wir das mit dem Früh loslaufen nicht so raus. Naja, egal. Unser Schlachtplan war: Erst mal die Schutzhütte besetzen! Gesagt getan, und diesmal hatten wir Glück. Die Schutzhütte war leer. Danach gingen Simon, Andreas, Christian und Buddel nach Glava zum Einkaufen und Timon und ich blieben an der Schutzhütte, um unseren Schlafplatz zu verteidigen, außerdem musste noch ganz viel Wäsche gewaschen und das Frühstücksgeschirr gespült werden. Sonst passierte hier nicht aufregendes. Die Jungs waren gegen zehn vor sechs wieder an der Hütte und zeigten Stolz ihre Einkäufe. Natürlich musste erst mal wieder Kaffee gekocht werden :-) ! Heute Abend gibt es lecker Hamburger und danach werden wir den hoffentlich trockenen Abend mit Klampfe und Gesang ausklingen lassen. Bis bald mal, Gut Pfad, Sarah ... und der Rest der Reise
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